Sonja

Berlin

Franzi

MĂŒnchen

Startnext und die Windelei – ein guter Austausch

ZZZ

Egal was wir mit den lieben Menschen der Startnextler unternehmen: es macht uns Riesenspaß!

Die Geschichte begann damals – Anfang 2019. Wir starteten unser Crowdfundingprojekt. Unser Ziel: Die Windelei in MĂŒnchen mit Startkapital fĂŒr Windeln auszustatten.

Wir haben alle mitbekommen: Wir, insbesondere Franzi hat genau das sehr erfolgreich gewuppt.

Unsere gemeinsame Geschichte geht weiter

Sonja sprach mit ihnen in Kreuzberg ĂŒber unser Start-up.
Hört es euch gerne an “Warum haben Babys ein Nachhaltigkeitsproblem?”: Podcastfolge Nr. 25

Franzi gab ein Video-Interview, es wird am 4.5. auf Instagram von Startnext gezeigt . Hier im Fokus: die Initiative “Vordenkerinnen” fĂŒr GrĂŒnderinnen & SelbstĂ€ndige. In deren Rahmen die Geschichten mutiger GrĂŒnderinnen & SelbststĂ€ndigeim Vordergrund stehen: 12 Projekte aus der DACH-Region, deren Geschichten Startnext fĂŒr besonders bemerkenswert und ermutigend halten.

Aus aktuellem Anlass: Großartige Hilfsaktion bei Startnext

All das rĂŒckt derzeit natĂŒrlich derzeit in den Hintergrund. Die tollen Menschen bei Startnext haben eine Hilfsaktion gestartet: Alle Projekte die zur vom Shutdown betroffene Kreative und GrĂŒnder*innen werden realisiert, egal wieviele Spenden sie erhielten! Schaut euch hier um, unterstĂŒtzt eure Musiker, Theater, Museen, etc!

Hier geht es zur Hilfsaktion

“Durch Corona gibt es keine Ă€usserlichen Anreize, dass wir zu frĂŒh das Haus verlassen”

ZZZ

Aus der Blog-Serie “Elternsein und Eltern werden in Coronazeiten”:

Ein Baby in die Welt setzen, gerade jetzt, wo die Welt Kopf steht. Was macht das mit einem? Wie lÀsst es sich aushalten? Wir haben uns in unserem Kundenkreis umgehört. Hier berichtet Markus S., seit 27.3.2020 Vierfachpapa, Berlin-Pankow:

Windelei: Viele Menschen leben gerade zwischen Panik, Freiheitsberaubung und BekĂ€mpfung der Unwissenheit – und ihr bekommt ein Kind. Das Wunderbarste was jedem, der es sich wĂŒnscht, persönlich passieren kann. Wie empfindest du/ihr in dieser Zeit gerade?

Markus: Die Corona Zeit unterstĂŒtzt uns in einem friedvollen Miteinander in der Familie. Seit Mitte MĂ€rz 2020 haben wir uns Schritt fĂŒr Schritt immer mehr in unser eigenes “Nest” in Berlin zurĂŒckgezogen, einen gemeinsamen Rhythmus mit unseren drei Kindern (4, 8, 10 Jahre) zuhause gefunden und auf die Geburt vorbereitet. AnfĂ€nglich war vor allem ich als Papa noch sehr von den Corona-Hype-Nachrichten gefangen. Dies konnte ich langsam loslassen und die BedĂŒrfnisse der Mutter und der Kinder kamen in den Vordergrund.
Am 27. MĂ€rz 2020 hat dann Johanna Veronika das Licht der Welt zu Hause erblickt. Auch Johanna kann die ruhige Zeit geniessen und durch Corona gibt es keine Ă€usserlichen Anreize, dass wir zu frĂŒh das Haus oder Mama Miriam das Wochenbett verlĂ€sst.
Als Bewohner von Pankow ist die Zeit fĂŒr uns im wahrsten Sinne des Wortes ruhig da wir fast keine Flugzeuge im Anflug auf Tegel mehr hören 🙂

Windelei: Wie durftest du als Papa die Geburt begleiten? Gab es spezielle Vorkehrungen was den Schutz vor Corona betrifft?

Markus: Wir hatten schon immer eine Hausgeburt geplant. Corona hatte dabei keinen Einfluss. Als Papa durfte ich ganz nahe bei der Geburt dabei sein und ich habe Johanna “aufgefangen” und abgenabelt. Ich war bei den letzten zwei Geburten auch sehr nah dabei. Doch wieder war es ein neues und sehr bewegendes Erlebnis. Es ist unglaublich zu sehen welche Leistung – sowohl körperlich als auch seelisch – eine Frau bei der Geburt vollbringt. Durch Hypnobirthing und “Die Friedliche Geburt” war es eine anstrengende aber ruhige und natĂŒrliche Geburt. Auch unsere drei ersten Kinder konnten direkt nach der Geburt dabei sein und das Wunder eines neuen Menschen sehen und spĂŒren. Insgesamt ein sehr verbindendes und erdendes Erlebnis welches aus meiner Sicht sehr passend zu der aktuelle Corona-Zeit ist.

Windelei: Als moderne Nomaden sind euch homeschooling und kitafreie Erziehung sehr bekannt. Ihr habt schon drei weitere Kinder. Welche Tipps hast du, um mit so vielen Menschen auf kleinem Wohnraum miteinander klar zu kommen, Strukturen zu wahren und eventuell gesetzte Ziele mit den Kindern umzusetzen?

Markus: Als digitale Nomaden wĂŒrde ich uns nicht bezeichnen. Miriam und die Kinder leben nicht in Deutschland um rechtlich erlaubt Freilerner zu sein. NatĂŒrlich arbeiten wir viel digital und sind viel unterwegs 🙂 Somit ist das stĂ€ndige Zusammenleben von Eltern und Kinder “normal” fĂŒr uns. Unser Ziel ist es unseren Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, Gemeinschaft zu leben und sie wo immer nötig zu untersĂŒtzten. Jeder darf bei uns seine BedĂŒrfnisse ausdrĂŒcken und wir suchen gemeinsam – meist am FrĂŒhstĂŒckstisch – nach den nötigen Schritten um diese zu erfĂŒllen. Unsere Erfahrung zeigt, dass Regeln oder Tipps nur kurzfristig etwas bringen. FĂŒr das langfristige Zusammenleben braucht es ein achtsames Beobachten der kindlichen BedĂŒrfnisse und das Schaffen einer dauerhaften eigenen (der Eltern) stressfreien und entspannten Grundhaltung. Ein paar unserer AnsĂ€tze haben wir in einem Blog zusammengefasst.
Nicht nur die Entscheidung fĂŒr diesen Weg ist schwierig. Auch der Weg selber und das stĂ€ndige Weiterentwickeln bringen viele Herausforderungen mit sich.Insgesamt fĂŒhlt sich der Weg fĂŒr mich aber sehr stimmig und richtig an. Durch viel Ausprobieren, Lesen und Besuch von Seminaren haben wir uns einen umfangreichen Methodenkasten angeeignet. Das FĂŒhlen der eigenen GefĂŒhle und Emotionen steht dabei immer im Vordergrund. Seit 2010 teilen wir unsere Erfahrungen und Entwicklungen auch mit Familien die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen durch Seminare und Coaching.

Von kleinen Kindern und großen Sorgen

ZZZ

Oft werden wir gefragt, wie wir das Unternehmerinnentum mit dem Mamasein verbinden können. TatsÀchlich klappt alles mit einer gewissen Organisation ganz gut, aber: alles kommt an seine Grenzen, wovon wir weiter unten berichten. Aber nicht nur wir haben unsere kleinen bis mittelschweren Sorgen. Auch unsere Kundinnen und Kunden teilen sich uns mit.

Kleine Kinder kleine Sorgen?

Vermutlich ist das Alter der Kinder piepsegal, denn fast jede Art von Sorge wird mit dem mulmigen GefĂŒhl der Unwissenheit und damit einhergehend der Unkontrollierbarkeit des Grundes fĂŒr die schwere ums Herz zu einer großen Sorge.

Beispiele aus unserer Kundschaft:

  • Bei einer Kundin war das Kind nach drei Monaten jetzt soweit, dass es die Umwelt bewusster wahrnahm. Ein sehr normaler Vorgang. Damit war die Planbarkeit des Tages hinĂŒber, auch weil die Tochter viel mehr weinte – und das eben nicht, weil sie die Brust verlangte. Viele Fragezeichen und ein stetes Dasein blieben. Die Kundin wusste also was los war bzw. konnte es sich vorstellen. Trotzdem war es herzzerreißend und natĂŒrlich sorgevoll, wenn das kleine Baby einfach nicht aufhören wollte zu weinen.
  • Ein Kunde ist als Papa in Elternzeit regelmĂ€ĂŸig PrĂŒfungen unterlegen. Geht er mit seiner Tochter raus, „kĂŒmmern“ sich viele fremde Menschen um das Wohlbefinden der einjĂ€hrigen Tochter im Kinderwagen. Papasein wird nicht so richtig als seriös wahrgenommen und sie mĂŒssen einen Weg fĂŒr sich finden mit den vielen Einmischungen und unausgesprochenen VorwĂŒrfen klarzukommen, auch er. Er machte sich also an vielen Stellen eingeredete Sorgen, die ihm den Alltag mit seiner Tochter erschwerten und ihn teilweise zuhause bleiben ließen.
  • Die nĂ€chste Kundin hat mit ihren Zwillingen die Beikost begonnen. Sie ĂŒbt sich in BLW (Baby Led Weaning), was bislang gut klappt. Jedoch bei der letzten Brotkruste hat eine Tochter zuviel abgeknabbert und sich sehr verschluckt. Panikartige Sorgen machen sich da sofort breit. Jetzt gibt es erst einmal keine Brotkruste mehr, dafĂŒr mehr weichgekochte Birne.
  • Bei der nĂ€chsten Kundin sind die beiden Ă€lteren BrĂŒder vom kleinen BabymĂ€dchen nicht gut aufeinander zu sprechen gewesen. Es flogen immer wieder die Fetzen wĂ€hrend des Beratungsbesuchs. Beim zweiten Besuch und dem Tausch der Windeln berichtete die Kundin, dass sich die Jungs ausgesprochen gut benĂ€hmen, dafĂŒr war die Kleine fast nur am Weinen an dem Tag ohne das irgendwer gewusst hat, warum. Stress und Sorgen sind da auch keine gute Mischung.

Sorgen teilen ist ein wichtiger Baustein bei unseren Besuchen

All diese Geschichten fĂŒhlen sich lapidar fĂŒr die Eltern an, wenn sie sie erzĂ€hlen. Als wĂ€ren sie nicht fĂ€hig schon die kleinsten StĂŒrme im Wohlbefinden des Kindes nicht gemanagt zu bekommen. Aber das sind sie nicht. Die Sorgen fĂŒhlen sich in diesem Augenblick riesig an, tatsĂ€chlich kaum zu bewĂ€ltigen. Und man sollte sie nicht einfach abtun, sondern annehmen als Sorge, wissend, dass es zwar Schlimmeres geben kann, aber auch, dass es dem Kind auch besser gehen könnte.

Wir kommen wöchentlich vorbei. Erfreuen uns an jedem Wachstum, jedem LĂ€cheln von Eltern und Kind. Wir sind da bei Fragen, aber erst recht auch, wenn man mal genervt ist, nicht weiterweiß, einfach mal kurz die anstehende Sorge teilen will. Sie wird damit nicht kleiner, aber meist rĂŒckt sie an die richtige Stelle in der Bewertung: Uns geht es gut, alles halb so schlimm, morgen wird wieder alles anders sein. Wir merken richtig, dass ein „Oh ja, das kenne ich.“ Viele Sorgenfalten glĂ€ttet, oft helfen die ausgesprochenen Worte der Kunden sich an- und ernstgenommen zu fĂŒhlen. Manchmal haben wir als Mamas auch einen Ratschlag oder einen Tipp aus dem großen Universum all der von uns unternommenen Versuche zur Beruhigung oder Organisation des Kindes. Aber das ist meist schon nachrangig und erfĂ€hrt erst dann Bedeutung, wenn die Sorge platziert wurde.

Unternehmertum in sorgenreichen Zeiten

Diese Woche ist es fĂŒr Franziska und Sonja recht schwierig alles unter einen Hut zu packen, trotz guter Organisation:

Sonja: „In der Kita meines Sohnes ist eine Rattenplage eingefallen. Mein Sohn nennt es zwar nett „die MĂ€uschen haben ĂŒberall Kaka gemacht“, aber die RealitĂ€t sieht schlimmer aus. Das Gesundheitsamt hat die Kita geschlossen, der KammerjĂ€ger ist unterwegs und bei der Suche nach dem Eintrittsloch der unwillkommenen GĂ€ste wurde nun festgestellt, dass in der KĂŒche hinter der SpĂŒle ein großes Loch in der Wand und dem Boden klafft. Nicht nur, dass die komplette Kita desinfiziert werden muss, auch die KĂŒche muss rausgenommen werden, das Loch zugemauert und zugegossen werden und dann wieder alles an Ort und Stelle gebracht. Das Gesundheitsamt muss dann noch eine Abnahme durchfĂŒhren. Etwas GlĂŒck im UnglĂŒck haben wir. Der TrĂ€ger unserer Kita musste die kleine Gruppe an Kindern nicht sprengen und auf andere KindergĂ€rten verteilen, sie konnten zusammenbleiben. Aber: Die ÜbergangsrĂ€umlichkeiten, die zwar top zum Spielen sind, sind circa 30 Minuten mit dem Fahrrad entfernt. Ich verliere so jeden Tag locker eine Stunde Arbeitszeit, um meinen Sohn in die Kita zu bringen und wieder abzuholen. Vorher waren es kaum zehn Minuten. Und natĂŒrlich: Genau jetzt macht der Motor an meinem Lastenrad Probleme. Wer mich demnĂ€chst nicht wiedererkennt: das liegt an den seeehr massiv trainierten Oberschenkeln. Wie ich die Situation derzeit löse: mit Nachtarbeit. Ich habe nur Bedenken, dass die Übergangslösung lĂ€nger bestehen bleibt, als uns allen, also auch den Erziehern, lieb ist. Danke fĂŒrs Lesen meiner Sorge!“

Franziska: „Bei uns war diese Woche Kranken-Notprogramm angesagt. Bisher sind wir in diesem sogenannten Winter verschont geblieben, aber jetzt hat es meinen Sohn so richtig erwischt. Da musste die Oma einspringen und wir Eltern haben uns die restliche Betreuungszeit untereinander aufgeteilt. So gesehen befinden wir uns in einer echten Luxussituation, denn viele andere Familien haben diese Möglichkeit nicht. Eine Herausforderung ist es dennoch, wenn der Alltag durcheinandergewirbelt wird. NĂ€chste Woche fahren wir hier hoffentlich wieder Normalprogramm.“