Sonja

Berlin

Franzi

MĂŒnchen

Starkes Team: Stoffwindeln und Windelfrei

ZZZ

Wer in seinem Bekanntenkreis erzĂ€hlt, er wickelt mit Stoff, kann sich sicher sein, dass es dabei einige verdutzte Gesichter gibt. Je nach Altersgruppe und Kinderschar mit einem Aufschrei verbunden: „Tu dir das nicht an!“. Mit einem Windelservice kann man zwar den Aufschrei mindern, den klassisch schiefen Blick von manch jemandem aber nicht vermeiden.

Einen Schritt krasser schocken funktioniert prima, indem man nun auch noch sagt, dass man das Kind abhĂ€lt und dass „Teilzeit-Windelfrei“ gut funktioniert.

Was ist „Windelfrei“?

Neugeborene sind prinzipiell erst einmal kontinent. Das heißt, dass sie sich nicht einpinkeln oder mit dem großen GeschĂ€ft vollmachen wollen. NatĂŒrlich ist das nicht mit dem Einhalten von Erwachsenen vergleichbar, insbesondere, weil Sprache, Bewegung und Bewusstsein lĂ€ngst nicht so weit sind. Dennoch: Mutter Natur hat es schon angelegt!

Und wer kennt es nicht: Den plötzlich verklĂ€rten Blick eines Babys, dass bis eben noch voll am Geschehen teilnahm. Oder: aus einem ruhigen Kind wird, zum Beispiel nachts ein sehr unruhiges. Meist wird dann eines der GeschĂ€fte in die Windel verrichtet. Jeder der ein Baby gewickelt hat, kennt das Faszinosum, dass wenn erst einmal die Windel vom Popo entfernt ist und Luft an die Genitalien kommt, kĂŒrzester Zeit die Blase entleert wird.

Gerne geben wir das Thema an unsere Windelei-Eltern weiter. Als Inspiration oder einfach um es ĂŒberhaupt mal gehört zu haben.

Windelfrei und Stoffwindeln versus Wegwerfwindeln

Nach dem Windelfrei-Konzept nutzt man diese natĂŒrliche Veranlagung und gibt dem Baby Gelegenheit, sich außerhalb der Windel zu entleeren. Gerade in den ersten drei Lebensmonaten gibt das Baby Signale, die die Eltern lesen und nutzen können, um seine Ausscheidungen abhalten zu können. Manch einer kombiniert dies mit einem Laut wĂ€hrend des GeschĂ€fts, so dass das Kind sozusagen lernt, wann die Gelegenheit gĂŒnstig ist.

Stoffwindeln sind ein gutes Feedback, wenn man als Eltern mal nicht zum Abhalten kommt. Das Baby kennt also von Anfang an den Zusammenhang „Schleuse auf, Windel/Hose nass“. Da wir die Windel wechseln oder auf das Signal eingehen, entsteht auch eine weitere Art der Beziehung. Der respektvolle Umgang mit den Ausscheidungen, das Eingehen auf wirklich alle BedĂŒrfnisse: vom Hunger, ĂŒber den Schlaf bis zu den Ausscheidungen.

Mit Wegwerfwindeln wird genau dies alles dem Kind genommen. Die an sich angelegte Reinlichkeit des Babys wird ĂŒbergangen, die Kontrolle, dass etwas nass wird, wenn man hineinpinkelt, ebenso. In unserer Gesellschaft muss das Kind von jetzt auf gleich also trocken sein. Wunschzeitpunkt: 3 Jahre. Leider zeigen aber die immer grĂ¶ĂŸer werdenden Wegwerfwindeln im Sortiment der DrogeriemĂ€rkte, dass dieser Wunsch kaum mehr Wirklichkeit wird.

Windelfrei bei Sonja und Franzi

Sonja: „Ich kannte das Thema Windelfrei gar nicht, als ich meinen Sohn bekam. Ich war ja schon AussĂ€tzige mit den Stoffwindeln. Mein Sohn brachte es mir bei. Mit ca. acht Monaten fing er an einen Hummeltanz aufzufĂŒhren. Instinktiv zog ich ihm die Stoffi aus und hielt ihn ĂŒber das Waschbecken ab. Erst da erleichterte er sich mit dem großen GeschĂ€ft. Ab dem Tag hatten wir kaum mehr sogenannte Windeleier in der Hose. Herrlich! Ich habe auch versucht Signale mit dem kleinen GeschĂ€ft zu bekommen, aber das klappte gar nicht. Ich bin aber davon ĂŒberzeugt, dass manch ein Weinen nachts vorher von der sehr nassen Windel stammte und seinem Unwohlsein. Ich bin stolz darauf, dass wir mit 10 Monaten das Töpfchen im Badezimmer stehen hatten, auf dem der Herr thronte. Das Trockenwerden ein Jahr spĂ€ter war damit tatsĂ€chlich sehr viel leichter, weil alles schon so ganz normal war.“

Franzi: „Auch bei uns kam das Thema Windelfrei mit und durch unsere Stoffwindeln auf. Wie praktisch ist es doch, wenn man weniger wickeln muss und zumindest das große GeschĂ€ft nicht in der Windel landet! Außerdem ist es einfach ein schönes GefĂŒhl, dem Baby zu ermöglichen, sich außerhalb der Windel zu entleeren. Ich muss aber auch sagen: Es gab Phasen, da hat es ganz gut funktioniert und dann wieder gar nicht. Man sollte sich dadurch auf keinen Fall zusĂ€tzlichen Druck machen – Windelfrei ist kein Wettbewerb!“